Wir haben unseren Esstisch zur Aufarbeitung der Tischplatte und der beiden ausziehbaren Seitenteile abgegeben. Uns wurde wiederholt zu einer Oberflächenbehandlung mit Öllack oder Wachs geraten, immer mit der Begründung, dass eine Lackierung mit einem anderen Lack historisch gesehen nicht akkurat sei. Wir hielten jedoch an unserem von vornherein klar kommunizierten Wunsch, der Nutzung eines wasser- und hitzeunempfindlichen Lacks (DD- bzw. Polyurethanlack), fest. Die Nutzung eines solchen Lackes war der primäre Grund, den Tisch überhaupt zur Restaurierung abzugeben, da uns selbst zuhause die notwendige Ausstattung (Lackierkammer, Sprühsystem) fehlt.
Nach Abholung des Tisches wurde leider schnell deutlich, dass im Lack ein eindeutiger, in der Werkstatt verursachter Handabdruck (Foto 1) zu erkennen war. Zudem platzte der Lack an einzelnen Stellen bei einmaliger, sachgemäßer Benutzung der Ausziehplatten ab. Nachdem wir Herrn Hennig darüber informiert hatten, teilte er uns mit, dass er versäumt habe, uns mitzuteilen, dass der Lack noch 2 – 3 Tage durchtrocknen müsse, bevor er voll belastbar sei. Zudem fehlten in der Werkstatt, durch ihren Fokus auf historische Arbeitstechniken, die Möglichkeiten zur Auftragung eines DD-Lackes, sodass er ein Kunstharzlack verwendet habe. Er holte die Tischplatte zur Entfernung des Handabdruckes ab und versprach, zur Ausbesserung der beschädigten Stellen der Seitenteile bei Auslieferung der überarbeiteten Tischplatte etwas mitzubringen.
Bei der Lieferung der Tischplatte wiesen wir sofort auf die vollflächig deutlich sichtbaren Streifen im Lack hin. Dies wurde abgewiesen mit der Begründung, dass sich das nach vollständiger Trocknung legen würde. Die versprochene Ausbesserung der Seitenteile fand nicht statt.
Ein paar Tage später waren die einzelnen Pinselstriche, die deutlich zeigen, dass teilweise quer zur Parkettierung gearbeitet und an welcher Stelle der Pinsel am Ende ausgestrichen wurde, noch immer klar erkennbar (Foto 2, 3). Warum bei der zweiten Lackierung mit einem Pinsel gearbeitet wurde, statt wie vorher mit einer Schaumstoffrolle, wurde nicht erklärt. Nach einigem Hin und Her wurde eine erneute Überarbeitung und ein neuer Abholtermin vereinbart.
Einige Tage später wurde uns mitgeteilt, dass nach interner Rücksprache das bereits terminierte Angebot zur erneuten Überarbeitung zurückgezogen wird, da es sich bei den aufgezeigten Mängeln nur um „geringfügige Beanstandungen“ handle und weitere Arbeiten „nicht verhältnismäßig“ seien. Gleichzeitig wurde uns ein Angebot für eine kostenpflichtige Überarbeitung übersandt, wobei jedoch betont wurde, dass für unsere Zufriedenheit bei dieser dritten Lackierung keine Garantie übernommen würde.
Als Endergebnis (Foto 4) haben wir nun einen Esstisch mit zwei gleichmäßig lackierten, jedoch durch Versäumnisse der ZRW bereits leicht beschädigten, Ausziehplatten, sowie einer pinselstreifigen Mittelplatte, die eher den Eindruck erweckt, als hätte man als Laie selbst den Pinsel geschwungen, statt einen Restaurator zu engagieren. Vor diesem Hintergrund können wir die ZRW und die Arbeit von Herrn Andris Hennig nicht weiterempfehlen.