Solarpflicht in Deutschland

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Aktualisiert am 13.01.2026

Solarpflicht in Deutschland

In Deutschland existiert kein bundesweites Gesetz, das eine Solarpflicht für alle bestehenden Eigenheime vorschreibt. Die Pflichten ergeben sich aktuell aus Landesrecht und EU-Vorgaben, die schrittweise in nationales Recht umgesetzt werden. Diese gesetzlichen Vorgaben variieren jedoch stark je nach Region. Typische Auslöser für diese Solaranlage-Pflicht sind Neubauten, grundlegende Dachsanierungen oder bestimmte Gebäudetypen. Diese Maßnahmen sollen den Klimaschutz voranbringen.

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Georg Schatz

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Zuletzt verifiziert: 13.01.2026

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Über Georg Schatz

Georg Schatz der Schatz Elektrotechnik GmbH in Hohberg ist auf die Bereiche Photovoltaik, Solaranlagen und smarte Gebäudetechnik spezialisiert. Sein Tätigkeitsfeld umfasst die Planung und Umsetzung moderner elektrischer Systeme sowie die Integration innovativer Ladeinfrastrukturen für die Elektromobilität. In seiner Beratung fokussiert er sich auf die Entwicklung maßgeschneiderter Konzepte, die technische Effizienz mit zukunftsorientierter Gebäudesteuerung verbinden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Keine allgemeine PV-Pflicht: Es gibt kein Gesetz, das jeden Hausbesitzer in Deutschland sofort zur Solaranlage zwingt.
  • Regeln der Bundesländer: Aktuell entscheiden die einzelnen Bundesländer. In 11 von 16 Ländern gibt es bereits Photovoltaik-Pflichten.
  • Neubau und Sanierung: Meistens greift die Pflicht, wenn Sie ein neues Haus bauen oder Ihr Dach komplett sanieren.
  • EU-Fahrplan: Ab 2029 wird die Solaranlage für fast jedes neue Haus in der EU zum Standard.

Wo gilt bereits eine Solarpflicht? (Überblick 2026)

Mehrere Bundesländer haben eigene Solarpflichten eingeführt, insbesondere für:

  • Neubauten
  • Nichtwohngebäude
  • grundlegende Dachsanierungen

Da es kein einheitliches Gesetz für ganz Deutschland gibt, kommt es darauf an, wo Sie wohnen. Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick, in welchen Bundesländern aktuell bereits eine Solarpflicht für private Wohngebäude besteht:

BundeslandPflicht bei Neubau (Wohnhaus)Pflicht bei Dachsanierung (Bestand)
Baden-WürttembergJa, seit 2022Ja, seit 2023
BayernJa (Soll-Vorschrift für Wohngebäude seit 01.01.25; Muss-Vorschrift für Nichtwohngebäude)Nur Nichtwohngebäude
BerlinJaJa bei wesentlichem Umbau
BremenJa, seit 01.07.2025Ja, wenn > 80 % Fläche
NiedersachsenJa, seit 01.01.2025Ja, seit 01.01.2025
NRWJa, seit 01.01.2025Ja, seit 01.01.2026
Schleswig-HolsteinJa, ab 29.03.2026Nur Nichtwohngebäude (bei Renovierung von mehr als 10 % der Dachfläche)

Wichtige Besonderheiten in den Ländern

  • Baden-Württemberg: Hier ist man besonders streng. Wer sein Dach saniert, kommt um die Sonnenenergie kaum herum.
  • Bayern (Soll vs. Muss): Bei Wohngebäuden ist Solar in Bayern eine sogenannte „Soll-Vorschrift“. Das bedeutet: Sie sind gesetzlich dazu angehalten, es zu tun. Es ist fast so stark wie eine Pflicht, lässt aber in begründeten Einzelfällen mehr Spielraum als eine harte „Muss-Vorschrift“.
  • Berlin: Hier gibt es eine Deckelung. Das heißt, Sie müssen nicht das ganze Dach vollmachen. Je nach Anzahl der Wohnungen reichen oft schon kleine Anlagen (z. B. 2 kWp bei bis zu zwei Wohnungen).
  • Bremen: Hier gibt es feste Mindestgrößen. Eine Anlage muss mindestens 1 kWp Leistung haben, damit die Pflicht erfüllt ist.
  • Niedersachsen: Hier gilt die „50/50-Regel“. Mindestens die Hälfte der geeigneten Dachfläche muss für Solar genutzt werden.
  • Nordrhein-Westfalen: Wenn Sie Ihr Dach komplett neu eindecken lassen, müssen Sie jetzt Solar einplanen. Nur kleine Reparaturen zählen nicht dazu.
  • Schleswig-Holstein: Die Solarpflicht für private Neubauten greift nach einer Übergangsfrist für alle Anträge ab dem 29. März 2026. Bei Sanierungen im Bestand gilt die Pflicht aktuell nur für Nichtwohngebäude (ab 10 % Dachflächen-Erneuerung).

Hinweis: Die exakten Vorschriften (Anlagengröße, Dachflächenanteil, Ausnahmen) unterscheiden sich je Bundesland.

Solarpflicht beim Neubau

Wer heute ein Eigenheim baut, kommt an der Photovoltaik-Pflicht im Neubau kaum vorbei. Oft müssen Sie 30 % bis 50 % der Dachfläche mit Modulen belegen.

In fast allen Bundesländern müssen Sie nicht zwingend Strom erzeugen (Photovoltaik). Sie können stattdessen auch Solarthermie (für warmes Wasser) nutzen. Sie haben die Wahl, welche Technik besser zu Ihrem Energiebedarf passt.

In Ländern ohne harte Pflicht (wie Hessen oder Rheinland-Pfalz) müssen Neubauten oft „PV-ready“ sein. Für Sie bedeutet das: Sie müssen noch keine Module kaufen, aber das Dach muss stabil genug sein und die Kabelschächte müssen bereits liegen.

"Aus meiner Praxis kann ich nur empfehlen, die Solarpflicht im Neubau nicht isoliert zu betrachten. Entscheidend ist, dass Photovoltaik von Anfang an in das Gesamtkonzept aus Gebäudehülle, Haustechnik und Elektrotechnik integriert wird. Gerade bei Einfamilienhäusern lässt sich durch eine saubere Planung von Dachausrichtung, Wechselrichterdimensionierung und Eigenverbrauch eine deutlich bessere Wirtschaftlichkeit erzielen als mit einer reinen Mindestlösung. Bei Mehrfamilienhäusern liegt der Fokus zusätzlich auf dem Zähler- und Messkonzept. Hier entscheidet die frühe Planung darüber, ob Mieterstrom, Gemeinschaftsanlagen oder spätere Erweiterungen wirtschaftlich und rechtssicher umgesetzt werden können. Wer hier zu spät plant, verschenkt langfristiges Potenzial."
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Solarpflicht bei Dachsanierung

Das ist der wichtigste Punkt für Besitzer von älteren Häusern. Die Pflicht gilt meist dann, wenn Sie die gesamte „Dachhaut“ (die Ziegel und Abdichtung) erneuern. Ein Austausch weniger Ziegel nach einem Sturm reicht nicht aus, um die Pflicht auszulösen.

Fragen Sie Ihren Dachdecker direkt nach der Landesbauordnung. Wer die Pflicht ignoriert, riskiert hohe Bußgelder – in Städten wie Berlin können das bis zu 5.000 € sein.

Aktuell gibt es keine Nachrüstpflicht ohne Anlass. In manchen Fällen gelten nur GEG-Dämmpflichten. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) ist ein Gesetz, das vorschreibt, wie viel Energie ein Haus verbrauchen darf. Wenn Sie ein Haus kaufen oder die Heizung tauschen, müssen Sie laut GEG oft das Dach dämmen oder die Heizrohre isolieren. Eine Solarpflicht ist im GEG für private Bestandswohnungen aber bisher nicht vorgesehen.

"In der Beratung erlebe ich häufig, dass Eigentümer den Umfang einer Dachsanierung unterschätzen. Sobald wesentliche Teile der Dachhaut erneuert werden, greift in vielen Bundesländern die Solarpflicht. Deshalb rate ich dazu, vor Beginn der Arbeiten immer zu prüfen, ob bau- oder genehmigungsrechtliche Vorgaben ausgelöst werden. Für Einfamilienhäuser ist die Kombination aus Dachsanierung und Photovoltaik technisch sinnvoll und meist kosteneffizienter als eine spätere Nachrüstung. Bei Mehrfamilienhäusern sollte zusätzlich die Statik sowie die zukünftige Nutzung des Solarstroms geprüft werden. Eine frühzeitige technische Bewertung sorgt für Planungssicherheit und schützt vor Verzögerungen oder Bußgeldern."
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EU-Solarpflicht: Was kommt bis 2026/2030?

Bisher ist die Solarpflicht in Deutschland ein Flickenteppich aus Landesregeln. Doch der Takt kommt nun aus Brüssel: Die EU-Gebäuderichtlinie (EPBD 2024) gibt einen klaren Stufenplan vor. Ziel ist es, jedes Dach für Energie zu nutzen. Die Pflicht greift immer dann, wenn es technisch möglich ist und sich finanziell lohnt.

Bis Ende Mai 2026 muss Deutschland die EU-Vorgaben in nationales Recht umsetzen, was eine bundesweite Solarpflicht künftig wahrscheinlich macht. Das heißt: Auch wenn Sie noch keine Anlage bauen, müssen die Statik und die Kabelschächte bereits dafür vorbereitet sein.

Ab 2030 müssen alle neuen Wohnhäuser in der EU eine Solaranlage bekommen.

Ausnahmen und Befreiungen

Keine Regel ohne Ausnahme. In diesen Fällen können Sie sich befreien lassen:

  • Technisch unmöglich: Ihr Dach ist zu schwach für das Gewicht oder es liegt komplett im Schatten.
  • Zu teuer: Wenn die Kosten für die Solaranlage mehr als 20 % Ihrer gesamten Sanierungskosten ausmachen, ist das oft unzumutbar.
  • Denkmalschutz: Bei historischen Gebäuden gibt es oft Sonderregeln.

Auch bei Befreiung müssen neue Gebäude (Antrag ab 29.05.2026) statisch so geplant werden, dass Solar später nachrüstbar ist.

Kosten, Wirtschaftlichkeit und Förderung

Trotz der Pflicht ist eine Solaranlage für Ihr Haus eine gute Entscheidung für Ihren Geldbeutel.

  • Günstiger Strom: Sie produzieren Ihren Strom selbst und zahlen deutlich weniger an die Energieversorger.
  • Photovoltaik-Förderung: Der Staat hilft Ihnen mit zinsgünstigen Krediten (z. B. KfW-Programm 270). In Städten wie Berlin gibt es sogar Zuschüsse für Stromspeicher.
"Aus technischer Sicht entscheidet heute nicht mehr die Einspeisevergütung über die Rentabilität, sondern der Eigenverbrauch. Je mehr Solarstrom direkt im Gebäude genutzt wird, desto stärker sinken die laufenden Energiekosten. Besonders bei Einfamilienhäusern steigern Batteriespeicher, Wärmepumpen oder Wallboxen die Wirtschaftlichkeit erheblich. Bei Mehrfamilienhäusern liegt der Mehrwert in intelligenten Verteilungskonzepten und der langfristigen Absicherung gegen steigende Strompreise. Förderprogramme sind dabei hilfreich,sollten aber nie der alleinige Maßstab sein. Eine fachlich saubere Auslegung und zukunftssichere Planung ist wirtschaftlich deutlich relevanter als kurzfristige Zuschüsse."
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Was Hausbesitzer jetzt tun sollten

  • Landesrecht prüfen: Planen Sie eine Dachsanierung? Schauen Sie in die Bauordnung Ihres Bundeslandes (besonders streng in NRW, BW und Berlin).
  • Netzanschluss planen: Durch das neue „Solarpaket I“ ist der Anschluss viel einfacher geworden. Für Anlagen bis 30 kW (typische Größe für Einfamilienhäuser) geht die Anmeldung beim Netzbetreiber jetzt deutlich schneller und unbürokratischer.
  • Wirtschaftlichkeit rechnen: Auch wenn die Vergütung für eingespeisten Strom sinkt: Solar lohnt sich fast immer über den Eigenverbrauch. Je mehr eigenen Strom Sie nutzen, desto schneller amortisiert sich die Anlage.

Prüfen Sie, ob Sie in nächster Zeit Ihr Dach renovieren wollen. Wenn ja, lassen Sie sich frühzeitig ein Angebot von einem Photovoltaik-Anbieter oder Solarteur erstellen. So verbinden Sie die gesetzliche Pflicht mit einer klaren Ersparnis bei Ihren Energiekosten.

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