Sehr cool gelegen, von aussen interessant und einladend. Große Fensterfronten mit gutem Einblick und schön gestaltetem Äußeren. Das wars mit dem Positiven. Es war sehr hektisch als wir ankamen. Das Personal wirkte durchgehend gehetzt. Am Platz war es unangenehm kalt und zugig. Was uns sofort auffiel, es war sehr laut, obwohl erst einige Tische besetzt waren. Aber das sollte sich im Laufe des Abends noch verstärken. Es wuselten drei bis vier junge Damen im Service, von denen irgendwie keine, aber dann doch alle, auch für unseren Tisch zuständig waren. Nach den ersten bestellten Drinks, vertieften wir unseren Blick in die Karte. Sehr übersichtlich und nicht allzu groß (was ja meist gut ist), trafen wir auch schnell eine Auswahl. Nach 15 Minuten kamen dann auch unsere ersten bestellten Getränke. War alles sehr lecker. Wir orderten dann rasch unser Essen, was aber zu kleineren Komplikationen führte, da die Nachfragen, nach Fleischsorte und Art, sowie kleinere Erklärungen der beschriebenen Gerichte auf der Karte, nervöses Schulterzucken auslöste und erstmal nachgefragt werden musste. Gesagt getan und dann wurde die Bestellung notiert. Das Hopfenbrot mit Kräuterbutter und dem Dattel-Feigenaufstrich, als Vorspeise, kam nach ca. 20 Minuten auf dem Tisch. Schön präsentiert, etwas zu bitter im Abgang, war es gut gebacken, mit schöner Kruste und noch gut warm. Der Aufstrich war lecker und gut abgeschmeckt, die Kräuterbutter leider zu fest gefroren, viel zu wenig Geschmack und am Ende dadurch unnötig. Etwas gesalzene Butter hätte mir da schon gereicht. 30-40 Minuten später kam dann der Hauptgang. "Cut der Woche" Medium Rare, mit Gemüse, also hier wilder Brokkoli und Kartoffel-Röstzwiebel-stampf oder eher Brei. Keine Ahnung ob das so gewollt war oder nicht, aber das Fleisch war völlig ungewürzt aber doch gut gebraten. Ich hätte es gern krosser gehabt, aber es war ok. Nach Salz und Pfeffer musste ich fragen und es war beides lose, also nicht zum frisch mahlen. Es war ein Nockerl, einer irgendwie aromatisierten Butter (schmeckte wie schon die Kräuterbutter nach Nichts) auf dem Steak, das nicht schmelzen wollte, weil das Steak schon zu abgekühlt war (vorgewärmte Teller würden da evtl helfen). Brokkoli waren es 4 sehr harte Stängelchen (ja, ich weiß, dass das Gemüse Biss haben soll, aber ich mag es nicht roh), unterschiedlicher Größe. Dazu ein Kleks Püree mit eingerührten und oben drauf drapierten Röstzwiebeln. Keine Soße, klar, weil Butter. Geschmacklich alles sehr neutral bis fad. Gut, dass ich Salz hatte. Der Teller stand schon da und ich fing schon an zu essen, als man uns noch die Steak Messer reichte. Der überschaubare Hauptgang war flink erledigt und wir wollten noch etwas zum Nachtisch. Auch hier war das Servicepersonal mächtig in Erklärungsnot, was was ist bzw beinhaltet. Nach kurzer Nachfrage bei der Kollegin und mit Spickzettel bewaffnet, zurück bei uns am Tisch, wurde kurz vorgelesen was wo wie dazugehört. Wir bestellten. Es kam, dauerte nochmal ca. 25 Minuten und wir aßen. Ok. Passt. Wir bezahlten, gingen und werden wohl nicht wiederkommen. Aber wer weiß.
Personal, das im Service arbeitet und bestimmt fünfmal an unserem Tisch vorbei läuft, auf dem leere Teller und Gläser standen, um dann leerer Hand in der Küche zu verschwinden. Sorry, das hat seinen Job nicht verstanden oder wurde nicht ordentlich gebrieft.
Hier wurden lieber die Speisekarten zu einem Turm drapiert, als der Gast nach Getränken gefragt.
Das Personal sollte auch alle Gerichte und deren Ausstattung auf der Karte kennen, zumal diese sehr übersichtlich ist.
Hier besteht noch Luft nach oben. Ordentlich Luft nach oben.
Wer Spitzengastronomie und Fine dining anbietet, wird danach gemessen.
Man muss es ja auch bezahlen.
Daher eine 2 von 5.