Anlass der Bewertung war eine Erstberatung sowie eine Folgeberatung zum Thema Führerscheinrecht. Der erste Termin fand vor etwa einem Jahr statt, der zweite – deutlich ausführlichere – Termin zum Jahresende. Der Kontakt erfolgte persönlich vor Ort sowie ergänzend per E-Mail, einmal mit Begleitung, einmal allein, im privaten Kontext.
Die Kanzlei befindet sich im 4. Stock und ist über Treppe und Aufzug erreichbar. Die Räumlichkeiten wirkten insgesamt etwas verwirrend und ungemütlich. Mehrfach leere Desinfektionsspender fielen auf. Der Empfang durch die Mitarbeiterinnen am Empfang war eher indifferent, weder unfreundlich noch besonders zugewandt. Am Telefon war der Kontakt hingegen spürbar herzlicher. Das anfängliche Vertrauensgefühl blieb daher zunächst eher oberflächlich.
Die Terminvergabe verlief unkompliziert, zeitnah und die Kanzlei war gut erreichbar. Vor Ort gab es nur kurze Wartezeiten, die Gesprächsdauer entsprach dem vereinbarten Rahmen.
Inhaltlich unterschieden sich die beiden Termine jedoch deutlich: Das erste Gespräch blieb relativ oberflächlich, während das zweite Gespräch sehr ausführlich, deutlich strukturierter und sichtbar rücksichtsvoll im Umgang mit meiner ADHS geführt wurde.
Die fachliche Einordnung des Führerschein-Themas verbesserte sich im Verlauf deutlich. Während die erste Beratung eher allgemein gehalten war, war die zweite Beratung substanziell fundierter. Die rechtlichen Erläuterungen waren im zweiten Termin klar, nachvollziehbar und verständlich.
Der persönliche Umgang im Gespräch war zugewandt. Chancen, Risiken und Grenzen der rechtlichen Möglichkeiten wurden klar benannt und insgesamt deeskalierend dargestellt, ohne falsche Erwartungen zu wecken.
Die Diskretion vor Ort war uneingeschränkt gegeben. Der Wartebereich ist jedoch sehr eng, unbequem und überladen (Formulare/Flyer), was den Aufenthalt unruhig wirken lässt. Die Sanitäranlagen sind in Ordnung. Fragen wurden jederzeit zügig beantwortet. Insgesamt bleibt das Raum- und Designkonzept ein Schwachpunkt – man fühlt sich dort nicht wirklich wohl.
Zur Abrechnung: Die Erstberatung wurde als teuer empfunden, auch wenn dies dem gesetzlichen Standard entspricht, insbesondere angesichts der kurzen Dauer. Positiv hervorzuheben ist, dass der zweite, deutlich umfangreichere Termin dem bereits bezahlten Ersthonorar zugeschrieben wurde. Diese Lösung war kulant, bezog sich jedoch klar auf meinen konkreten Fall und sollte nicht als pauschale oder generelle Kulanzpraxis verstanden werden, um keine falschen Erwartungen bei anderen Mandanten zu wecken. Insgesamt handelt es sich um eine normale, nachvollziehbare Standardabrechnung; ein fehlender Beratungsschein lag in meiner Verantwortung.
Positiv hervorzuheben sind die gute Erreichbarkeit, der zugewandte Umgang, die deutliche Qualitätssteigerung zwischen Erst- und Folgeberatung sowie die fallbezogene Kulanz.
Kritisch bleiben die Räumlichkeiten und das zu oberflächliche Erstgespräch, das von Beginn an tiefergehend hätte sein können.
Insgesamt ergibt sich ein eher positiver Gesamteindruck im Verlauf, mit leichten Abstrichen. Die fachliche Entwicklung, der Umgang und die sachliche Kommunikation überwiegen klar.
Weiterempfehlung: Ja, ausdrücklich.