Persönlicher Erfahrungsbericht aus meiner Sicht (Update):
Elektro Stegemann war im Rahmen eines Notdienstes an einem Sonntag bei mir. Zuvor hatte ich einen Wasserschaden erlitten.
Der Elektriker war maximal 30 Minuten im Haus. Die drei NH-Sicherungen wurden wieder eingesetzt. Es wurde einmal hinter die Verblendungen im Sicherungskasten geschaut, ob Wasser sichtbar ist. Die drei FI-Sicherungen wurden manuell ausgelöst und eine schnelle Widerstandsmessung durchgeführt. Als nicht Fachmann, konnte ich keine weiteren intensiven Tätigkeiten feststellen. Während des Einsatzes war ich beim Elektriker im Keller, außer jeweils kurz als ich prüfen sollte, wie die Sicherungen im zweiten Sicherungskasten stehen und jeweils ob Strom wieder da ist.
Jeder kann sich sein eigenes Bild machen: Für aus meiner Sicht maximal 30 Minuten (vor Ort) wurden 721,83 € inkl. Umsatzsteuer abgerechnet. Wohlgemerkt wurde kein Verbrauchsmaterial verbaut.
Es ist korrekt, dass mir vorab gesagt wurde, dass eine Notdiensteinsatzpauschale berechnet wird. Damit konnte man rechnen. Aber nicht damit, dass zusätzlich zahlreiche Pauschalen, Zuschläge auf Löhne und Zuschläge auf Fahrzeiten dazukommen. Warum ich zusätzlich eine Anlagenprüfung nach VDE bezahlen soll – zusätzlich zur Arbeitszeit samt Zuschlägen – ist fraglich. Weitere Zuschläge waren mir nicht bekannt. Meiner Meinung nach müssten diese ganzen Zuschläge in den AGB benannt werden, was sie jedoch nicht sind. Man verweist stattdessen auf das im Keller schnell unterschriebene Auftragsformular, welches ich nach Abschluss der Arbeiten unterschrieb. Auch hier kann sich jeder selbst ein Bild machen, ob man sich nach Abschluss der Arbeiten einen Auftrag im kleinsten wirklich Detail anschaut, wenn man gerade einen Wasserschaden hat, oder doch einfach schnell nur unterschreibt. Leider habe ich keine Kopie des Auftrages erhalten, dass ich diesen im Nachgang zumindest noch einmal lesen könnte.
Die Versicherung bzw. der Sachverständige hat die Rechnung gekürzt und uns hierzu weitergehend mündlich Erläuterungen gegeben, warum sie den vollen Betrag nicht erstatten, dem ich auch folgen kann. Meine persönliche Meinung ist, dass der erhobene Preis deutlich zu hoch war und so nicht zu erwarten war nach der telefonischen Auftragsbestätigung und meiner Sichtung der AGB. Die Firma Stegemann besteht auf die Zahlung der Forderung in unveränderter Höhe. Erst kam eine Mahnung, jetzt ein Mahnbescheid vom Amtgericht. Ich habe extra einen Notdienst aus Velbert genommen, weil ich gerade nicht aus meiner Sicht unverhältnismäßig zahlen wollte. Ich lebe in der Losenburg, also keine Stunden vom Firmensitz entfernt. Die Firma Stegemann und ich haben unterschiedliche Auffassungen zu dem Fall.
Was für wirklich maximal 30 Minuten (laut meiner persönlichen Aufzeichnung) vor Ort berechnet wurde:
• Bereitstellung 1-kV-Werkzeug: ca. 96 €
• Anlagenprüfung nach VDE 0100 mit Fluke 1654: ca. 90 € (Als Laie, ohne fachtechnischer Beurteilungskraft - kam mir die Prüfung — gemessen an dem, was ich mitbekommen habe — für eine vollständige VDE-0100-Prüfung nach einem Wasserschaden sehr kurz vor.)
• 1,5 Meisterstunden: ca. 139 €
• 50% Überstundenzuschlag auf 1,5 Stunden: ca. 62 €
• Notdienstpauschale: ca. 185 €
• Service-Fahrzeugkosten: ca. 36 €
zzgl. ca. 115 € Umsatzsteuer
Summe: 721,83 € für m.E. maximal 30 Minuten plus Anfahrt.
Jeder kann sich selbst sein Bild machen, aus meinen Ausführungen und entscheiden, wie er/sie mit meiner persönlichen Erfahrung für sich selbst umgeht.
Ich habe einmal gelernt: „Leben und leben lassen“. Herr Stegemann, ich verstehe vollkommen, dass Notdienste wegen Bereitschaft und Organisation teurer sind. Dafür bin ich auch bereit, mehr zu zahlen. Aber 722 € für die kurze Zeit, die Sie hier waren? Ich weiß nicht – Verhältnismäßigkeit sieht aus meiner Sicht anders aus. Ich glaube mit den ca. 500 €, die ich bereits gezahlt habe, sollte die Sache mehr als fair abgegolten sein.
PS: Bevor man einen Kunden einen Firmenaufkleber mit seinen Daten in den Sicherungskasten klebt, hätte ich mir vorheriges Fragen gewünscht.