Ich habe volles Verständnis dafür, dass nicht jeder Jenseits kontakt von Erfolg gekrönt sein kann. Vielleicht zeigt sich ein Verstorbener nicht richtig, vielleicht gibt es „Übersetzungsfehler“, vielleicht hat auch ein Medium einfach mal einen schlechten Tag. Das ist völlig menschlich. Und bei den vielen positiven Bewertungen gehe ich davon aus, dass Stefan normalerweise auch andere Sitzungen erlebt.
Aber genau dann zeigt sich für mich Professionalität.
Stefan sagte während meiner Sitzung mehrfach selbst, dass der Kontakt sehr schwach sei und er meinen verstorbenen Partner immer wieder verliere. Für mich wäre die einzig richtige Reaktion an diesem Punkt gewesen, offen zu sagen, dass es heute nicht funktioniert. Ein schlichtes „Der Kontakt ist heute zu schwach, ich möchte dir nichts erzählen, bei dem ich mir nicht sicher bin“ hätte für mich von Seriosität gezeugt.
Genau das ist leider nicht passiert. Stattdessen wurde weitergemacht. Auf Biegen und Brechen.
Auf seiner Website beschreibt Stefan seine Leistung mit den Worten: „Ich beschreibe Lebenssituation, Charakter, Todesursache, Botschaft des Verstorbenen oder andere wichtige Dinge, die der Verstorbene mir durch Gefühle und Bilder übermittelt.“
Das war in meiner Sitzung nicht so. Über Charakter und Lebenssituation meines Partners bekam ich gar keine Informationen. NULL! Bei der Todesursache gab es ein längeres Hin und Her, bis letztendlich ich selbst sie genannt habe.
Auch die Botschaften empfand ich als ausgesprochen dürftig. Aussagen wie „Er vermisst dich sehr“, „Er wäre gerne bei dir“, „Er ist damit einverstanden, wenn du irgendwann einen neuen Partner kennenlernst“ oder er habe mir „einen Schmetterling als Zeichen geschickt“, sind für mich so allgemein, dass sie auf unzählige Verstorbene und Hinterbliebene zutreffen können. Meiner Meinung nach sollte ein gutes Medium an die Individualität und Aussagekraft solcher Botschaften einen höheren Anspruch haben.
Da es nicht meine erste Sitzung mit einem Medium war, weiß ich, wie konkret und persönlich eine solche Sitzung sein kann. Davon war diese Sitzung für mich weit entfernt. Stefan hat mir meine geringe Begeisterung offenbar auch angemerkt und mir am Ende von sich aus angeboten, in einigen Monaten einen weiteren Termin zu vereinbaren – kostenfrei.
Nachdem ich alles erst einmal habe sacken lassen, bat ich ihn zwei Tage später um Rückerstattung der gezahlten 200 €. Mein Vertrauen war nach dieser Sitzung weg, deshalb kam eine zweite Sitzung für mich nicht infrage.
Er bot mir daraufhin eine Rückzahlung von 100 € an. Ich fragte ihn, wofür ich die übrigen 100 € dann bezahlt haben soll. Darauf bekam ich keine weitere Antwort. Bis heute wurde nichts zurückgezahlt.
Das finde ich sehr enttäuschend und unprofessionell. Enttäuschend ist für mich nicht, dass ein Jenseitskontakt einmal nicht funktioniert. Es ist der Umgang damit.