PV Speicher nachrüsten

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Aktualisiert am 17.02.2026

PV Speicher nachrüsten: Leitfaden 2026

Haben Sie bereits eine Solaranlage auf dem Dach, nutzen aber einen Großteil Ihres Stroms noch gar nicht selbst? Dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt, über einen Speicher nachzudenken.

Ein Stromspeicher speichert Energie, wenn die Sonne scheint oder der Strompreis an der Börse niedrig ist. So nutzen Sie Ihren eigenen Strom genau dann, wenn Sie ihn wirklich brauchen, zum Beispiel am Abend. Ein Speicher rechnet sich nicht „automatisch“ besser, nur weil es dynamische Tarife gibt. Er kann aber helfen, Strom dann zu nutzen oder zu laden, wenn er günstig ist.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie Ihre bestehende Anlage aufrüsten, Kosten sparen und von neuen Gesetzen profitieren.

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Zuletzt verifiziert: 27.01.2026

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Über Georg Schatz

Georg Schatz der Schatz Elektrotechnik GmbH in Hohberg ist auf die Bereiche Photovoltaik, Solaranlagen und smarte Gebäudetechnik spezialisiert. Sein Tätigkeitsfeld umfasst die Planung und Umsetzung moderner elektrischer Systeme sowie die Integration innovativer Ladeinfrastrukturen für die Elektromobilität. In seiner Beratung fokussiert er sich auf die Entwicklung maßgeschneiderter Konzepte, die technische Effizienz mit zukunftsorientierter Gebäudesteuerung verbinden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mehr Eigenverbrauch: Ein Speicher steigert Ihre Unabhängigkeit vom Netz (Autarkie) auf bis zu 80 %, was Sie vor steigenden Strompreisen schützt.
  • Einfache Nachrüstung: Bestehende Anlagen lassen sich meist problemlos über ein AC-gekoppeltes System erweitern, ohne dass der alte Wechselrichter getauscht werden muss.
  • Finanzieller Vorteil: Dank 0 % Umsatzsteuer und gesunkener Preise (ca. 250–450 € pro kWh) amortisieren sich moderne Speicher deutlich schneller.
  • Optimale Größe: Planen Sie nicht zu groß. Die Faustformel lautet: maximal 1,5 kWh Speicher pro 1.000 kWh Jahresverbrauch.

Was bedeutet es, einen PV-Speicher nachzurüsten?

Nachrüsten bedeutet:

  • Ihre PV-Anlage ist bereits installiert.
  • Sie ergänzen nachträglich einen Batteriespeicher, um Solarstrom zeitversetzt zu nutzen.

Dabei erhöhen Sie Ihren Eigenverbrauch und müssen deutlich weniger teuren Strom aus dem Netz dazukaufen.

Das betrifft sowohl klassische Dachanlagen als auch kleinere Systeme wie Balkonkraftwerke, wobei sich Technik, rechtliche Anforderungen und Wirtschaftlichkeit deutlich unterscheiden.

Die Nachrüstung kann auf verschiedene Wegen erfolgen: etwa über eine AC-seitige Einbindung des Speichers, eine DC-Kopplung nahe am PV-Generator, den Einsatz eines Hybridwechselrichters oder eines zusätzlichen Batteriewechselrichters. Daher ist die Kompatibilität mit dem bestehenden System eines der zentralen Entscheidungskriterien.

"Wir prüfen vorab Wechselrichtertyp, Zählerschrank und Netzanschluss. So lässt sich entscheiden, welche Speicherlösung technisch sinnvoll ist."
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Warum einen Speicher nachrüsten?

Das sind die wichtigsten Gründe für Sie:

Eigenverbrauch erhöhen

Ein Speicher erhöht typischerweise den Anteil des Solarstroms, den Sie selbst verbrauchen, statt ihn ins Netz einzuspeisen. Die Verbraucherzentrale nennt dies als einen der zentralen Vorteile von Stromspeichern.

Autarkiegrad steigern

Autarkie bedeutet: Wie viel von Ihrem Strom erzeugen Sie selbst, ohne Hilfe vom öffentlichen Netz? Wie hoch dieser Wert ausfällt, hängt von Ihrer Anlage, Ihrem Verbrauch und der Jahreszeit ab.

Wichtig: Werte wie „bis zu 80 % Autarkie“ sind Praxisbeispiele und keine Garantie. Sie dienen der Orientierung, ersetzen aber keine genaue Berechnung.

Dynamische Stromtarife

Dynamische Tarife folgen den Preisen an der Strombörse. Ein Speicher hilft dabei, Verbrauch in günstigere Zeiten zu verlagern (z. B. durch Laden bei niedrigem Preis und Entladen bei hohem Preis). Dafür brauchen Sie in der Regel ein intelligentes Messsystem.

"Intelligente Messsysteme (Smart Meter) werden zunehmend zum Standard, insbesondere wenn Sie dynamische Stromtarife nutzen möchten.Wichtig ist, dass Speicher, Wechselrichter und Energiemanagementsystem miteinander kommunizieren können. Eine Vorabprüfung verhindert spätere Nachrüstkosten."
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Steuerliche Einordnung

Seit 2023 gilt nach § 12 Abs. 3 UStG ein Nullsteuersatz für bestimmte Umsätze im Zusammenhang mit Photovoltaikanlagen. Das gilt, wenn:

  • die Anlage auf oder an einem Wohngebäude installiert wird
  • ein funktionaler Zusammenhang zur PV-Anlage besteht
  • die Lieferung direkt an den Anlagenbetreiber erfolgt

Wichtig: Der Nullsteuersatz gilt nicht automatisch für jede Nachrüstung. Entscheidend ist der Einzelfall. Lassen Sie vorab prüfen, ob Ihre Nachrüstung steuerlich begünstigt ist.

Welche Anlagen lassen sich nachrüsten?

Je nach Situation unterscheiden sich Technik, Aufwand und Nutzen. Häufige Fälle sind:

  • Bestehende Dach-PV-Anlagen im Einfamilienhaus: Hier ermöglicht die Nachrüstung eine signifikante Steigerung des Eigenverbrauchsanteils, meist durch AC-gekoppelte Systeme.
  • Ältere Anlagen ohne moderne Wechselrichter: Sie müssen die bestehende Erzeugungstechnik ältere Bestandsanlagen nicht austauschen.
  • Balkonkraftwerke mit geringer Leistung: Kompakte Plug-and-Play-Speicher erlauben es mittlerweile, auch Kleinstmengen an Solarstrom für die Abendstunden zwischenzuspeichern.
  • Anlagen in Kombination mit Wärmepumpen: Die Verknüpfung von Photovoltaik und Wärmepumpe ist ein zentraler Baustein der Sektorenkopplung.

Klassische PV-Bestandsanlagen (Einfamilienhaus)

Bei bestehenden, klassischen PV-Anlagen ist das Nachrüsten besonders beliebt. Hier ist die Erzeugung tagsüber hoch, der Verbrauch steigt aber meist erst abends an. In der Praxis gibt es zwei Wege, um den Speicher technisch zu integrieren und den Eigenverbrauch zu maximieren:

  • AC-gekoppelte Speicher: Diese werden einfach an Ihr Hausnetz angeschlossen. Das ist oft der leichteste Weg für bestehende Anlagen, ohne die Solarmodule anzufassen.
  • DC-gekoppelte Speicher: Der Speicher wird direkt mit der Anlage verbunden. Das ist effizienter, erfordert aber oft einen Umbau oder einen neuen Wechselrichter.
"Für die Nachrüstung bestehender Anlagen ist die AC-Kopplung in der Praxis meist die wirtschaftlichste Lösung, da sie ohne Eingriff in die PV-Erzeugung auskommt. DC-gekoppelte Systeme spielen ihre Vorteile vor allem bei Neuanlagen oder bei ohnehin geplantem Wechselrichtertausch aus."
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Balkonkraftwerke

Für Steckersolargeräte gelten klare Regeln:

  • maximal 800 W Wechselrichterleistung (AC)
  • maximal 2.000 W Modulleistung (DC)

Speicherlösungen für Balkonkraftwerke sind technisch möglich, bewegen sich jedoch häufig im DIY-Bereich. Je nach System kann Elektriker-Know-how (Messkonzept, Schutz, Anschluss) entscheidend sein.

Speichergröße berechnen

Den Speicher einfach „so groß wie möglich“ zu kaufen, ist meistens ein Fehler. Ein zu großer Speicher kostet viel Geld und wird im Winter nie richtig voll. Ist er zu klein, verschenken Sie wertvollen Solarstrom an das öffentliche Netz.

Als grobe Regel gilt: Planen Sie nicht mehr als 1,5 kWh Kapazität pro 1.000 kWh Jahresverbrauch. Die HTW Berlin empfiehlt zudem, dass der Speicher nicht deutlich größer sein sollte als die installierte Photovoltaik-Leistung (kWp). Bei einer Anlage mit 7–10 kWp und 5.000 kWh Jahresverbrauch ist ein Speicher von maximal 7,5 kWh ideal.

Die folgende Tabelle gibt Ihnen eine Orientierung für ein typisches Einfamilienhaus mit einer 10 kWp Solaranlage:

HaushaltJahresverbrauchEmpfohlene Speicherkapazität
1 Person2.000 kWh3,0 kWh
2 Personen3.000 kWh4,5 kWh
3 Personen4.000 kWh6,0 kWh
4 Personen5.000 kWh7,5 kWh

Zukunftssicher planen

Denken Sie bei der Nachrüstung langfristig: Planen Sie in naher Zukunft die Anschaffung einer Wärmepumpe, eines Elektroautos oder erwarten Sie Familienzuwachs? Solche Faktoren erhöhen Ihren Strombedarf deutlich.

Indem Sie diese Entwicklungen jetzt schon miteinbeziehen, stellen Sie sicher, dass Ihr Speicher auch in fünf Jahren noch wirtschaftlich arbeitet.

Checkliste zum Planungsablauf

  • Jahresverbrauch prüfen (letzte Abrechnung)
  • Ziel festlegen (Sparen, Notstrom oder dynamische Tarife)
  • Größe grob planen
  • Technik-Check durch einen Fachbetrieb

Anmeldung und rechtliche Pflichten

  • Marktstammdatenregister: Sie müssen Ihren Speicher innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme registrieren. Ohne Anmeldung riskieren Sie Sanktionen oder den Verlust Ihrer Vergütung.
  • Netzbetreiber: Auch dort müssen Sie die Erweiterung melden. Die Regeln können je nach Region variieren.
"In der Praxis übernimmt der Fachbetrieb die Anmeldung. Das reduziert Fehler. Fehlerhafte oder verspätete Meldungen können zu Problemen bei Netzanschluss, Förderung oder Einspeisevergütung führen."
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Kosten und Wirtschaftlichkeit

Es gibt keine festen Preislisten für Stromspeicher, da jedes Haus und jede Anlage anders ist. Dennoch gibt es einen positiven Trend: Die Nettopreise für Stromspeicher sind zuletzt deutlich gesunken.

Aktuell können Sie grob mit 250 bis 450 € pro Kilowattstunde (kWh) Speicherkapazität rechnen. Dabei gilt eine einfache Regel: Je größer der Speicher ist, desto günstiger wird meist der Preis für die einzelne Kilowattstunde. Wenn Sie zusätzlich einen neuen Wechselrichter benötigen (zum Beispiel bei einem DC-System), wird die Anschaffung insgesamt etwas teurer.

Die Gesamtkosten bestehen aus drei großen Bereichen:

  • Das Gerät selbst: Je nach Hersteller, Technik und Zubehör müssen Sie mit Kosten rechnen. Ein Speicher mit 10 kWh Kapazität kostet oft zwischen 3.000 und 5.000 €.
  • Montage und Installation: Ein Elektriker muss den Speicher einbauen und sicher anschließen. Rechnen Sie hierfür mit einigen tausend Euro, je nachdem, wie viel an Ihrem Zählerschrank geändert werden muss.
  • Laufende Kosten: Für den Betrieb und die Wartung sollten Sie jedes Jahr einen kleinen Teil des Kaufpreises (etwa 1 bis 2 %) einplanen.

Für weitere Informationen besuchen Sie unsere Seite zu den Kosten von Photovoltaik im Jahr 2026.

Hinweis: Denken Sie auch an Ihre Versicherung. Ein neuer Speicher kann den Wert Ihrer PV-Anlage erhöhen, weshalb die Versicherungskosten leicht steigen könnten. Fragen Sie hierzu am besten bei Ihrer Versicherung nach.

Fördermöglichkeiten

Ein neuer Speicher kostet viel Geld. Fördermittel helfen Ihnen dabei, die Kosten zu senken, damit sich die Anlage schneller für Sie lohnt. Förderungen sind oft an feste Regeln gebunden und ändern sich je nach Region.

Wichtig ist die richtige Reihenfolge: Förderung prüfen und beantragen vor Umsetzung der Maßnahme.

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KfW 270: Erneuerbare Energien Standard

Die KfW finanziert über Programm 270 die Errichtung, Erweiterung und den Erwerb von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien, inklusive Stromspeichern.Über das Programm KfW 270 finanziert die KfW die Errichtung, Erweiterung und den Erwerb von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien – einschließlich Stromspeichern.

Es handelt sich um einen Förderkredit, keinen Zuschuss. Die Konditionen sind nicht pauschal, sondern abhängig von Bank, Bonität und Sicherheiten.

Wesentliche Eckpunkte:

  • individueller Zinssatz über die Hausbank
  • Mindestlaufzeit von zwei Jahren
  • Finanzierung von bis zu 100 % der Investitionskosten
  • Auszahlung wahlweise in einer Summe oder in Teilbeträgen
  • Bereitstellungsprovision: 0,15 % pro Monat ab dem 6. Monat nach Zusage
  • tilgungsfreie Anlaufzeit möglich
  • außerplanmäßige Tilgungen grundsätzlich möglich (gegen Vorfälligkeitsentschädigung)

Der Kredit kann mit anderen öffentlichen Fördermitteln kombiniert werden. Auch eine gleichzeitige Einspeisevergütung nach EEG ist zulässig.

Regionale Programme (Beispiele)

Da Förderungen stark regional variieren, lohnt sich ein Blick auf Landes- und Kommunalprogramme. Hier einige Beispiele:

Wie hilft ein Profi?

Ein Fachbetrieb oder Energieberater hilft insbesondere bei:

  • Prüfung der Systemkompatibilität (AC/DC, Wechselrichter, Messkonzept)
  • realistischen Wirtschaftlichkeitsberechnungen
  • rechtssicherer Anmeldung und Förderprüfung
  • korrekter Dimensionierung statt Über- oder Unterauslegung

Gerade bei Nachrüstungen entscheidet Erfahrung aus der Praxis häufig darüber, ob ein Speicher effizient, wirtschaftlich und betriebssicher läuft.

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