Was kostet ein Anwalt 2026?
Im Durchschnitt liegen die Kosten für eine Erstberatung beim Anwalt zwischen 180 € und 300 €. Wer einen Anwalt für ein längerfristiges oder umfangreiches Mandat beauftragt, zahlt einen Stundensatz von durchschnittlich 220 € bis 300 €. Bei außergerichtlicher Vertretung entstehen in der Regel Gesamtkosten zwischen 300 € und 1.500 €, bei gerichtlichen Verfahren in der ersten Instanz häufig zwischen 600 € und 3.000 €. Auf dieser Seite finden Sie alles Wichtige dazu, wie sich Anwaltskosten in Deutschland berechnen, welche gesetzlichen Grenzen das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) setzt, was eine Erstberatung, ein einfaches Schreiben oder ein Gerichtsverfahren kostet sowie konkrete Rechenbeispiele für Mietrecht, Familienrecht und Strafrecht.

Inhaltsverzeichnis
- Wichtigste Fakten auf einen Blick
- Wie sich die Anwaltskosten berechnen
- Gebührenarten im Überblick
- Was kostet eine Erstberatung beim Anwalt?
- Was kostet ein einfaches Anwaltsschreiben?
- Was kostet ein Anwalt pro Stunde nach Rechtsgebiet?
- Beispiele für Anwaltskosten nach Rechtsgebiet
- Wie setzen sich die Kosten zusammen?
- Wer trägt die Anwaltskosten?
- Regionale Unterschiede bei Anwaltskosten
- Tipps zur Senkung der Anwaltskosten
- Anwaltskosten steuerlich absetzen
- FAQ zu Anwaltskosten
- Anwälte finden und Kosten transparent vergleichen
Wichtigste Fakten auf einen Blick
- Die Kosten eines Rechtsanwalts richten sich in Deutschland nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG), das seit dem 1. Juni 2025 durch das KostBRÄG 2025 aktualisiert wurde. Die Wertgebühren wurden dabei um rund 6 % angehoben.
- Die Erstberatung für Verbraucher ist gesetzlich auf maximal 190 € netto (rund 226,10 € brutto) begrenzt. Auf dem freien Markt werden für ein Erstgespräch in der Regel 180 € bis 300 € berechnet.
- Bei Mandaten ohne individuelle Honorarvereinbarung richtet sich das Honorar nach dem sogenannten Gegenstandswert: Je höher der wirtschaftliche Wert der Angelegenheit, desto höher die Gebühr.
- Bei geringen Einkommen kann Beratungshilfe (für außergerichtliche Beratung) oder Prozesskostenhilfe (für Gerichtsverfahren) beantragt werden. Eine Rechtsschutzversicherung übernimmt die Kosten im Versicherungsfall.
Die Kostendaten basieren auf internen Daten von Trustlocal (Stand 2026).
Wie sich die Anwaltskosten berechnen
Anwaltsgebühren in Deutschland folgen festen gesetzlichen Vorgaben. Hier erfahren Sie, welche Grundlagen gelten, wie der Gegenstandswert die Kosten beeinflusst und welche Gebührenarten bei einem Mandat anfallen können.
Das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG)
Anwaltsgebühren sind nicht frei verhandelbar, sondern basieren auf dem RVG, das gilt, wenn keine individuelle Honorarvereinbarung getroffen wurde. Es regelt, welche Gebühren für welche Leistungen zulässig sind.
Seit dem 1. Juni 2025 gilt das Kosten- und Betreuervergütungsrechtsänderungsgesetz (KostBRÄG 2025), das die Wertgebühren um etwa 6 % anhob. Diese Sätze gelten auch 2026 unverändert (Stand: Mai 2026). Wichtig für laufende Mandate: Wurde der unbedingte Auftrag vor dem 1. Juni 2025 erteilt, kann für diese Angelegenheit noch das alte Gebührenrecht gelten.
Der Gegenstandswert als Berechnungsgrundlage
Der Gegenstandswert ist der wirtschaftliche Wert Ihrer Angelegenheit. Beispiel: Geht es um eine offene Forderung von 5.000 €, beträgt der Gegenstandswert ebenfalls 5.000 €.Je höher der Gegenstandswert, desto höher fallen in der Regel auch die Anwaltskosten aus. Die einfache Gebühr nach RVG beträgt dann etwa 354,50 € netto (ab Juni 2025). Für verschiedene Tätigkeiten werden Vielfache dieser Gebühr berechnet.
Gegenstandswert und einfache Gebühr nach RVG (Stand: Juni 2026)

Gebührenarten im Überblick
Bei einem Mandat fallen je nach Tätigkeit unterschiedliche Gebühren an:
- Geschäftsgebühr (außergerichtlich): meist 1,3-fache einfache Gebühr.
- Verfahrensgebühr (gerichtlich): ebenfalls 1,3-fache einfache Gebühr.
- Terminsgebühr (für jeden Gerichtstermin): in der Regel 1,2-fache einfache Gebühr.
- Einigungsgebühr: bei außergerichtlicher Einigung.
Zusätzlich fallen 20 € Auslagenpauschale sowie 19 % Mehrwertsteuer auf alle Gebühren an, sofern der Anwalt nicht unter die Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG) fällt.
Hinweis zur Preisangabe: Gesetzliche Gebühren nach RVG werden in Deutschland grundsätzlich netto angegeben. Auf dieser Seite nennen wir bei konkreten Beträgen jeweils auch den Bruttopreis inklusive 19 % MwSt., damit Sie als Verbraucher die tatsächliche Belastung direkt erkennen können.
Honorarvereinbarung statt RVG
Anwalt und Mandant können abweichende Honorarvereinbarungen treffen, was mehr Flexibilität erlaubt:
- Stundensatz: Abrechnung nach tatsächlicher Zeit, meist 220 € bis 300 € netto ( 262 € bis 357 € brutto). Sinnvoll bei Mandaten mit unklarem oder längerfristigem Beratungsbedarf, etwa bei laufenden Vertragsverhandlungen, einem Unternehmenskauf oder einer komplexen Erbschaftsangelegenheit
- Pauschalhonorar: Fester Betrag für klar absehbare Fälle, z. B. einfache Abmahnung.
- Zeithonorar mit Tätigkeitsnachweis: Wie Stundensatz, aber mit detailliertem Protokoll.
Wichtig: Im gerichtlichen Verfahren dürfen RVG-Gebühren nicht unterschritten werden. Erfolgshonorare sind in der Regel nicht zulässig, in bestimmten Fällen jedoch gesetzlich erlaubt (§ 4a RVG).Wer eine Honorarvereinbarung mit einem höheren Stundensatz oder Pauschalhonorar abschließt, sollte außerdem wissen: Im Streitfall erstattet die Gegenseite oder eine Rechtsschutzversicherung in der Regel nur die gesetzlichen RVG-Gebühren, nicht das individuell vereinbarte höhere Honorar. Die Differenz trägt der Mandant selbst.
Was kostet eine Erstberatung beim Anwalt?
Das erste Gespräch mit einem Anwalt ist für viele der entscheidende Schritt. Im Folgenden erfahren Sie, was gesetzlich gilt, was in der Praxis verlangt wird und worauf Sie vor dem Termin achten sollten.
Für Verbraucher gilt laut § 34 RVG eine Höchstgrenze von 190 € netto (226,10 € brutto inkl. Mehrwertsteuer). Schriftliche Gutachten dürfen bis zu 250 € netto kosten (297,50 € brutto).
In der Praxis verlangen viele Kanzleien weniger, üblicherweise zwischen 180 € und 300 €. Das Gesetz sieht zudem vor, dass die Erstberatungsgebühr auf eine spätere Tätigkeit in derselben Angelegenheit angerechnet wird, sofern keine abweichende Vereinbarung getroffen wurde (§ 34 RVG). Viele Kanzleien weisen darauf explizit hin, andere nicht. Es lohnt sich, diesen Punkt vor dem Gespräch zu klären.
Vor dem Termin sollten Sie klären:
- Wie hoch ist der Preis für die Erstberatung?
- Wird die Erstberatungsgebühr verrechnet, wenn Sie ein Mandat erteilen?
- Fallen zusätzliche Kosten für eine telefonische Erstberatung an?
Für Unternehmer gilt die gesetzliche Obergrenze nicht; hier sind freie Vereinbarungen möglich.
Was kostet ein Erstgespräch?
Das erste Beratungsgespräch lässt sich in drei typische Szenarien einteilen, je nachdem, ob eine gesetzliche Obergrenze gilt, eine freie Vereinbarung getroffen wurde oder ein schriftliches Gutachten benötigt wird.
| Szenario | Kosten (brutto) | Hinweis |
|---|---|---|
| Gesetzliches Maximum (Verbraucher) | bis 226,10 € | § 34 RVG, inkl. 19 % MwSt. |
| Typischer Marktbereich | 180 € bis 300 € | Diese Angabe basiert auf internen Daten von Trustlocal. |
| Schriftliches Gutachten | bis 297,50 € | 250 € netto, inkl. 19 % MwSt. |
Was kostet ein einfaches Anwaltsschreiben?
Viele Anliegen erfordern kein Gerichtsverfahren, sondern nur ein anwaltliches Schreiben, z. B. Mahnung oder Abmahnung.
Die Kosten richten sich nach Gegenstandswert und Gebührensatz.
Beispiel: Ein Anwaltsschreiben bei 2.000 € Gegenstandswert
- Einfache RVG-Gebühr: ca. 176 € netto
- Geschäftsgebühr, 1,3-fach: ca. 229 € netto
- Auslagenpauschale: 20 € netto
- Mehrwertsteuer: 19 %
- Gesamt: ca. 296 € brutto
Was kostet ein Anwalt pro Stunde nach Rechtsgebiet?
Der Stundensatz ist ein häufiges Thema beim Erstgespräch. Ohne Vereinbarung rechnet der Anwalt nach RVG ab, nicht nach Zeit. Ein Stundensatz muss schriftlich vereinbart werden.
Übliche Stundensätze liegen zwischen 220 € und 300 € netto. Spezialisten in gefragten Bereichen wie Gesellschaftsrecht oder Steuerrecht verlangen oft 350 € oder mehr. Region, Kanzleigröße und Spezialisierung beeinflussen die Höhe.
Stundensätze nach Rechtsgebiet
| Rechtsgebiet | Stundensatz von | Stundensatz bis |
|---|---|---|
| Mietrecht | 150 € | 250 € |
| Arbeitsrecht | 150 € | 260 € |
| Familienrecht | 160 € | 270 € |
| Verkehrsrecht | 170 € | 280 € |
| Strafrecht | 180 € | 300 € |
| Erbrecht | 190 € | 310 € |
| Vertragsrecht | 200 € | 320 € |
| IP / Urheberrecht | 220 € | 350 € |
| Steuerrecht | 230 € | 380 € |
| Gesellschaftsrecht | 250 € | 420 € |
Die Kostendaten basieren auf internen Daten von Trustlocal.
Beispiele für Anwaltskosten nach Rechtsgebiet
Je nach Rechtsgebiet weichen die Kosten voneinander ab, da sich der Gegenstandswert unterschiedlich berechnet. Die folgenden Beispiele zeigen, wie sich Anwaltsgebühren im Zivilrecht und darüber hinaus konkret zusammensetzen.
Beispiel 1: Mietrecht
Im Mietrecht gilt die Jahresmiete als Gegenstandswert (§ 23 Abs. 1 RVG, § 41 GKG). Bei einer Kaltmiete von 800 € monatlich beträgt der Gegenstandswert 9.600 €.
Situation: Der Vermieter hat das Mietverhältnis fristlos gekündigt. Der Mieter möchte die Kündigung anwaltlich zurückweisen lassen.
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Geschäftsgebühr (1,3-fach, Gegenstandswert 9.600 €) | ca. 848 € |
| Auslagenpauschale | 20 € |
| Zwischensumme | ca. 868 € |
| 19 % Mehrwertsteuer | ca. 165 € |
| Gesamt brutto | ca. 1.033 € |
Eskaliert die Angelegenheit zum Gerichtsverfahren, kommen Verfahrensgebühr und Terminsgebühr hinzu. Die reinen Anwaltskosten steigen dann auf ca. 1.200 € bis 1.500 € netto. Zusätzlich fallen Gerichtskosten an, die sich ebenfalls nach dem Streitwert richten. Bei einem Gegenstandswert von 9.600 € beträgt die einfache Gerichtsgebühr nach GKG rund 374 €, ein normales erstinstanzliches Verfahren kostet damit etwa 748 € bis 1.122 € an Gerichtsgebühren, je nach Verfahrensverlauf.
Beispiel 2: Familienrecht und Scheidung
Als Faustregel gilt: Der Verfahrenswert bei einer Scheidung ergibt sich aus dem gemeinsamen monatlichen Nettoeinkommen beider Eheleute, multipliziert mit drei. Der tatsächliche Verfahrenswert kann jedoch höher ausfallen, wenn Versorgungsausgleich, Vermögen oder Unterhalt hinzukommen. Verdient ein Partner 2.500 € netto und der andere 1.500 € netto, beträgt das gemeinsame Monatseinkommen 4.000 €, der Verfahrenswert damit 12.000 €.
Situation: Einvernehmliche Scheidung, ein Anwalt, kein Versorgungsausgleich.
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Verfahrensgebühr (1,3-fach, Verfahrenswert 12.000 €) | ca. 919 € |
| Terminsgebühr (1,2-fach) | ca. 848 € |
| Auslagenpauschale | 20 € |
| Zwischensumme netto | ca. 1.787 € |
| 19 % Mehrwertsteuer | ca. 340 € |
| Gesamt brutto | ca. 2.127 € |
Bei einer einvernehmlichen Scheidung reicht ein Anwalt aus, da nur eine Partei anwaltlich vertreten sein muss. Die Kosten trägt in der Regel die Partei, die den Anwalt beauftragt hat, wobei viele Paare die Kosten einvernehmlich teilen.
Tipp: Mindestverfahrenswert bei Scheidungen 3.000 €. Streitige Folgesachen erhöhen Kosten deutlich.
Beispiel 3: Strafrecht
Im Strafrecht gibt es keinen Streitwert. Das Honorar richtet sich nach Betragsrahmengebühren des RVG, die nach Umfang sowie Schwere des Verfahrens schwanken. Im Strafrecht wurden die Betragsrahmengebühren um 9 % angehoben, in anderen Rechtsgebieten die Wertgebühren um 6 %.
Situation: Vorwurf einer einfachen Körperverletzung, Ermittlungsverfahren, kein Gerichtsverfahren.
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Grundgebühr (Übernahme des Mandats) | ca. 150 € bis 350 € |
| Verfahrensgebühr (Ermittlungsverfahren) | ca. 200 € bis 500 € |
| Auslagenpauschale | 20 € |
| Zwischensumme netto | ca. 370 € bis 870 € |
| 19 % Mehrwertsteuer | ca. 70 € bis 165 € |
| Gesamt brutto | ca. 440 € bis 1.035 € |
Kommt es zu einem Gerichtsverfahren, fällt pro Verhandlungstag eine zusätzliche Terminsgebühr an, in der Regel 500 € bis 900 € netto. Bei einer vollständigen Strafverteidigung inklusive Hauptverhandlung liegen die Anwaltskosten in der Regel zwischen 1.500 € und 3.000 € netto.
Wie setzen sich die Kosten zusammen?

Anwaltskosten bestehen nicht nur aus der gesetzlichen Gebühr. In der Praxis fließen dein Geld in drei Bereiche:
Rechtsarbeit (ca. 60 %): Der Löwenanteil entfällt auf die eigentliche Arbeit am Fall: Aktenstudium, Beratungsgespräche, Schriftsätze und Gerichtstermine.
Kanzleibetrieb (ca. 25 %): Anwälte arbeiten mit spezialisierten Rechtsdatenbanken, Fachliteratur und laufenden Weiterbildungen, was sich im Stundensatz oder der RVG-Gebühr niederschlägt.
Berufshaftpflicht (ca. 15 %): Jeder Rechtsanwalt ist gesetzlich versicherungspflichtig. Bei komplexen oder streitwertstarken Mandaten steigen diese Kosten entsprechend.
Wer trägt die Anwaltskosten?
Die Übernahme der Anwaltskosten hängt von der Verfahrensart ab, wobei unterschiedliche Regeln für außergerichtliche und gerichtliche Streitigkeiten gelten. Bei außergerichtlichen Einigungen trägt normalerweise jede Partei ihre eigenen Kosten. Verliert eine Partei einen Zivilprozess vor Gericht, gilt das Verursacherprinzip: Der Verlierer muss die Gerichtskosten sowie die Anwaltskosten beider Seiten übernehmen.
Das Arbeitsrecht bildet eine wichtige Ausnahme: Nach § 12a ArbGG hat die obsiegende Partei in erstinstanzlichen Urteilsverfahren vor dem Arbeitsgericht grundsätzlich keinen Anspruch auf Erstattung der eigenen Anwaltskosten, unabhängig vom Ausgang des Verfahrens. Dies gilt auch für die außergerichtliche Phase. Wer vor einer Klage anwaltliche Unterstützung in Anspruch nimmt , etwa um auf eine Kündigung zu reagieren, eine Abmahnung zu prüfen oder eine Abfindung zu verhandeln – trägt diese Kosten in der Regel selbst.
Für Arbeitnehmer bedeutet das konkret: Bei einer Kündigungsschutzklage mit einem monatlichen Bruttogehalt von 3.000 € liegt der Gegenstandswert meist bei drei Bruttomonatsgehältern, also 9.000 €. Die außergerichtliche Beratung und Vertretung kostet auf dieser Basis etwa 700 € bis 1.200 € netto. Diese Kosten sind auch dann nicht erstattungsfähig, wenn der Arbeitnehmer den Prozess gewinnt. Eine Rechtsschutzversicherung oder ein Beratungshilfeschein kann hier daher eine wichtige finanzielle Absicherung bieten.
Anwälte stellen ihre Leistungen in der Regel nach Abschluss eines Verfahrensabschnitts oder nach Beendigung des Mandats in Rechnung. Bei längeren oder aufwendigeren Mandaten ist es üblich, dass Anwälte einen Vorschuss verlangen, der auf die spätere Schlussrechnung angerechnet wird.
Regionale Unterschiede bei Anwaltskosten
Die gesetzlichen Gebühren nach dem RVG sind bundesweit einheitlich. Bei Honorarvereinbarungen zeigen sich jedoch preisliche Abweichungen je nach Standort.
Karte Honorarvereinbarung Stundensatz

Vereinbaren Anwalt und Mandant einen individuellen Stundensatz, schwanken die Preise je nach Standort der Kanzlei. In großen Ballungsräumen und Metropolen fallen die Stundensätze oft höher aus als auf dem Land. Spezialisierte Kanzleien in Großstädten verlangen in der Regel höhere Honorare, was mit den höheren Betriebskosten am jeweiligen Standort zusammenhängt. Bei spezialisierten Kanzleien in Wirtschaftszentren sind Stundensätze von 350 € und mehr keine Seltenheit.
| Standorttyp | Beispielstädte | Typischer Stundensatz |
|---|---|---|
| Großstädte | München, Frankfurt, Hamburg, Berlin | 280 € bis 420 € |
| Mittelgroße Städte | Hannover, Freiburg, Augsburg | 220 € bis 300 € |
| Ländliche Regionen | Auf dem Land, Kleinstädte | 150 € bis 250 € |
Da die Stundensätze je nach Standort stark schwanken, lohnt es sich, Anwälte in Ihrer Stadt oder Region direkt zu vergleichen. Auf Trustlocal finden Sie geprüfte Rechtsanwälte in Ihrer Nähe und können bis zu 4 unverbindliche Angebote kostenlos einholen.
Tipps zur Senkung der Anwaltskosten
Ein Rechtsstreit kann teuer werden, es gibt jedoch Möglichkeiten zur finanziellen Entlastung. Der Staat sowie Versicherungen bieten entsprechende Hilfen an.
- Beratungshilfe: Bei geringem Einkommen kann ein Beratungshilfeschein beantragt werden, der außergerichtliche Beratung für 15 € Eigenanteil ermöglicht.
- Prozesskostenhilfe (PKH): Übernimmt Gerichtskosten und eigene Anwaltskosten bei Erfolgsaussicht und Bedürftigkeit. Deckt meist nicht die Kosten der Gegenseite.
- Rechtsschutzversicherung: Übernimmt Anwalts- und Gerichtskosten im Versicherungsfall, meist mit Selbstbeteiligung und Wartezeit. Nicht alle Rechtsgebiete sind abgedeckt.
- Einvernehmliche Lösungen: Je früher eine Einigung, desto geringer die Kosten durch Wegfall von Gerichtskosten und Zusatzgebühren.
Anwaltskosten steuerlich absetzen
Manche Anwaltskosten können steuerlich absetzbar sein. Entscheidend ist, warum die Kosten entstanden sind.
- Beruflicher Anlass: oft als Werbungskosten absetzbar.
- Vermietung: teilweise als Werbungskosten möglich.
- Private Streitigkeiten: meist nicht absetzbar.
Sind die juristischen Streitigkeiten beruflich veranlasst (beispielsweise im Rahmen einer Kündigungsschutzklage), lassen sich die Anwaltskosten als Werbungskosten von der Steuer absetzen.
Kosten für Prozesse im Zusammenhang mit Immobilien können als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung geltend gemacht werden, etwa bei einem Mietrecht Anwalt.
Die Kosten für rein private Rechtsstreitigkeiten sind in den meisten Fällen nicht mehr als außergewöhnliche Belastung absetzbar, darunter fallen zum Beispiel Verfahren mit einem Familienrecht Anwalt.

FAQ zu Anwaltskosten
Viele Suchanfragen drehen sich um Erstberatung, Stundensatz, Gerichtskosten und die Frage, wer am Ende zahlen muss. Die folgenden Antworten fassen die wichtigsten Punkte kurz zusammen.
Was kostet eine Erstberatung beim Anwalt?
Maximal 190 € netto (226,10 € brutto) für Verbraucher, üblich 180 € bis 300 €. Manche Kanzleien bieten kostenlose telefonische Einschätzungen.
Wie viel kostet ein Anwalt pro Stunde?
Bei einer individuellen Honorarvereinbarung liegen Stundensätze in der Regel zwischen 220 € und 300 € netto. Spezialisierte Fachanwälte oder Kanzleien in Großstädten weichen davon nach oben ab.
Wer zahlt den Anwalt, wenn ich den Prozess gewinne?
In vielen Zivilprozessen muss die unterlegene Partei die notwendigen Kosten tragen. Im Arbeitsrecht gilt in der ersten Instanz jedoch eine Ausnahme. Dort trägt jede Partei die eigenen Anwaltskosten selbst.
Was ist der Unterschied zwischen RVG und einer Honorarvereinbarung?
Eine Honorarvereinbarung ist ein schriftlicher Vertrag zwischen Anwalt und Mandant. Sie legt abweichende Konditionen fest, etwa höhere Stundensätze oder Pauschalen.Für gerichtliche Verfahren gilt: Das RVG darf nicht unterschritten werden.
Was ist der Gegenstandswert?
Der Gegenstandswert (auch Streitwert genannt) ist der wirtschaftliche Wert einer Rechtsangelegenheit. Je höher der Gegenstandswert, desto höher die Gebühren.
Was kostet ein Anwalt bei einer Scheidung?
Für eine einvernehmliche Scheidung mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von 4.000 € entstehen typischerweise Anwaltskosten von 1.000 € bis 2.200 € brutto sowie zusätzliche Gerichtskosten. Bei streitigen Verfahren mit Folgesachen wie Unterhalt oder Vermögensaufteilung steigen die Kosten erheblich.
Was ist Prozesskostenhilfe?
Prozesskostenhilfe (PKH) ist staatliche Unterstützung für Menschen, die ein Gerichtsverfahren nicht aus eigenen Mitteln finanzieren können. Sie übernimmt Gerichtskosten sowie die Kosten des eigenen Anwalts, wenn das Verfahren hinreichende Erfolgsaussichten hat. Beantragt wird sie beim zuständigen Gericht.
Was kann ich tun, wenn ich die Anwaltsrechnung für zu hoch halte?
Wer eine Anwaltsrechnung für überhöht hält, kann die Schlichtungsstelle der Rechtsanwaltschaft anrufen. Sie ist die offizielle außergerichtliche Streitbeilegungsstelle für Streitigkeiten zwischen Mandanten und Anwälten. Seit Januar 2025 gilt keine Wertgrenze mehr, das heißt, auch Streitigkeiten über höhere Rechnungsbeträge können dort eingereicht werden. Das Verfahren ist für den Mandanten kostenlos. Alternativ kann beim zuständigen Gericht ein Kostenfestsetzungsverfahren beantragt werden, bei dem die Rechnung formal geprüft wird.
Was ist ein Beratungshilfeschein?
Ein Beratungshilfeschein erlaubt es, außergerichtliche Rechtsberatung zu einem Eigenanteil von nur 15 € in Anspruch zu nehmen. Ausgestellt wird er vom Amtsgericht, wenn das Einkommen unter bestimmten Grenzen liegt.
Anwälte finden und Kosten transparent vergleichen
Sie möchten vorab wissen, welche Kosten auf Sie zukommen? Über Trustlocal vergleichen Sie kostenlos bis zu vier Anwälte in Ihrer Nähe. So können Sie Preise, Spezialisierungen und Bewertungen direkt gegenüberstellen.



